Hochwassercharakteristik

Hochwasser an der Fränkischen Saale entsteht zumeist im Winterhalbjahr bei westlichen Winden, die warme und sehr feuchten Luft vom Atlantik bringen. Häufig geht dieser Warmphase eine kalte Wetterperiode voraus, die zu gefrorenem Boden und einer geschlossenen Schneedecke geführt hat.

Außergewöhnliche Hochwasserereignisse sind dann zu erwarten, wenn eine von Ost nach West fortschreitende Starküberregnung der Rhön und des Grabfeldes mit dem Abtauen einer wassergesättigten Schneedecke der Rhön zusammentrifft. Die Schneeschmelze kann eine entscheidende Rolle spielen, aber nicht bei jedem Ereignis, wie das 100-jährliche Hochwasser im Januar 2003 gezeigt hat.

10- und 100-jährliche Hochwasserabflüsse der Fränkischen Saale und ihrer Nebengewässer

Gewässer

Pegel

Fluss-km

Einzugsgebiet
in km²

HQ10
in m³/s

HQ100
in m³/s

Fränkische Saale

Bad Königshofen

127,00

75,9

13

20

Salz

94,30

1.041,8

150

220

Bad Kissingen

58,00

1.576,2

210

330

Wolfsmünster

6,90

2.120,9

260

440

Streu

Unsleben

4,00

434,7

80

110

Brend

Schweinhof

6,70

111,1

46

70

Lauer

Poppenlauer

14,20

151,0

35

63

Thulba

Oberthulba

14,50

78,0

37

57

Sinn

Mittelsinn

23,00

463,6

76

100

Aufgrund der geomorphologischen Verhältnisse sind die Anlaufzeiten von Hochwasserwellen relativ kurz. Beispielsweise beträgt für Bad Kissingen die Zeitspanne vom Regenbeginn bis zum Eintreffen des Hochwasserscheitels je nach Ereignis bis zu 24 Stunden. Als Faustformel gilt: je größer und seltener das Hochwasser, desto geringer ist die Anlaufzeit.