Hochwassercharakteristik

Im Einzugsgebiet der Wiesent liegt der mittlere Niederschlag bei rd. 800 mm. Er verteilt sich fast hälftig auf Sommer- und Winterhalbjahr. Die Wiesent ist ein typisches Karstgewässer mit nahezu gleichmäßigem Abfluss über das ganze Jahr. Das Speichervermögen des umliegenden Karstes verhindert eine schnelle Auswirkung von Niederschlägen auf den Fluss (Grundwasserschwankung Sommer-Winter bis zu 15 m). Kritische Lagen entstehen an der Wiesent nur nach lang anhaltenden Niederschlägen oder nach der Schneeschmelze, wenn die Karstspeicher gut gefüllt sind oder im Winter, wenn der Boden gefroren und die Dolinen bzw. Ponore schneegefüllt ebenfalls verschlossen sind bei dann einsetzendem Niederschlag, der über die Trockentäler zu Oberflächenabfluss führt.

10- und 100-jährliche Hochwasserabflüsse der Wiesent

Stelle

Wiesent-km

Einzugsgebiet
in km²

HQ10
in m³/s

HQ100
in m³/s

Pegel Hollfeld

64,80

136,0

4,2

7,5

Pegel Behringersmühle

34,83

432,8

-

-

Pegel Muggendorf

25,83

660,1

55

90

Die Laufzeit der Hochwasserwelle liegt für den Pegel Muggendorf bei etwa 20 Stunden bezogen auf den Pegel Hollfeld. Allerdings resultiert der größte Teil des auflaufenden Hochwassers aus dem großen Zwischeneinzugsgebiet. Die genannte Laufzeit hat damit eher theoretischen Charakter für eine Vorwarnzeit, bezogen auf die Pegel der Nebengewässer liegen die Vorwarnzeiten bei 6-10 Stunden. Die Laufzeit von Muggendorf bis Forchheim beträgt weitere 14 Stunden.